Biografie

Kindheit und Jugend 1956-1976

Maryam Owji wurde 1956 in Shiraz im Iran geboren. Sie wuchs zusammen mit zwei Brüdern und zwei Schwestern sowie ihren liebevollen Eltern inmitten der persischen Kultur auf.

Maryams Interesse und Liebe zur Kunst begannen im Alter von vier Jahren, ausgelöst durch das Erlernen der Logik und der mathematischen Grundlagen hinter dem Teppichweben und der Stickerei.

Um ihren Horizont weiter zu erweitern, begann sie, sich mit anderen Kunstformen auseinanderzusetzen, und hat seitdem ihre Fähigkeiten durch Zeichnen, Design, Malerei, die Herstellung von Couture-Kleidung, Lyrik, Schmuckdesign und kreatives Filmemachen verfeinert.

Im Alter von 18 Jahren studierte Maryam Kunst und Design und arbeitete gleichzeitig als Computerfachkraft bei der britischen Standard Chartered Bank in Schiraz – was ihr anhaltendes Interesse sowohl an den Künsten als auch an Wissenschaft und Technik widerspiegelte. 1976 schloss Maryam ihr Studium am Khayyam-Institut für Kunst und Design in Schiraz als Jahrgangsbeste ab.

Journalismus-Ära 1976–1980

Nach ihrem Abschluss zog sie nach Großbritannien, wo sie in London Journalismus und Kunst studierte. Gleichzeitig arbeitete sie für eine Wochenzeitschrift ‘Iran Shahr’ unter der Leitung des Herausgebers Ahmad Shamloo (der auch Dichter und Schriftsteller war); dies weckte ihre Liebe zum geschriebenen Wort und zur humanitären Arbeit.

Die Ära der Haute Couture 1980–2000

Maryam verbrachte die frühen 80er Jahre damit, die Welt zu bereisen; auf ihren Reisen ließ sie sich von der Verbindung zwischen mathematischer Planung und künstlerischem Ausdruck im Modedesign inspirieren. Da sie mehr über diese Kunstform erfahren wollte, beschloss sie, in Paris zu bleiben, um französische Couture zu studieren und mehr über die Welt des maßgeschneiderten Modedesigns zu lernen. Nach Abschluss ihres Studiums verbrachte sie 18 Monate im Iran, wo sie an einer Couture-Schule unterrichtete und gleichzeitig für die deutsche Botschaft als Computerfachkraft für die Deutsch-Iranische Handelskammer arbeitete – und damit erneut eine Balance zwischen Kunst und Wissenschaft fand.

1984 beschloss Maryam, nach London zurückzukehren, und 1986 eröffnete sie ihr erstes Couture-Atelier ‘Maryam Rokny’ am Beecham Place 51 in London.

Sie machte sich sehr schnell einen Namen und festigte zunächst ihre Position in der Londoner Couture-Szene, dann auch weltweit. Bald wurde ihr Kundenstamm so groß, dass sie ihn nicht mehr alleine bewältigen konnte. Nach ihrem Erfolg als eigenständige Couture-Designerin und Schneiderin schloss sie sich daher 1990 mit Katy Kass zusammen und eröffnete ‘Maryam and Katy Couture’ in der Beecham Place 55.

Über ein Jahrzehnt lang entwarf und fertigte Maryam einzigartige, maßgeschneiderte Kleider für ihren treuen Kundenstamm – zu dem vor allem prominente Persönlichkeiten der High Society und des Königshauses zählten. Zu den bekanntesten zählten unter anderem Britt Ekland, die Baronin von Portanova und die Hollywood-Legende Dame Joan Collins; mit Collins arbeitete Maryam besonders eng zusammen und entwarf im Laufe ihrer Karriere zahlreiche maßgeschneiderte Outfits für den Star.

Maryam spezialisierte sich auf die Herstellung von Couture-Mode aus den edelsten Materialien und mit kostbaren Verzierungen wie Perlen, Jade und echtem Goldfaden. Die Fertigung ihrer Stücke dauerte zwischen sechs und zwölf Wochen, wenn nicht sogar länger, und alle wurden akribisch von Hand gefertigt. Kein Stück glich dem anderen – alle ihre Arbeiten waren Unikate, ganz gleich, welche Wünsche die Kunden auch immer äußerten!

Doch trotz ihres immensen Erfolgs verspürte Maryam im Jahr 2000 den Drang, ein neues Kapitel aufzuschlagen, und beschloss, ihr Atelier zu schließen, um sich neuen Kunstformen und humanitären Projekten zu widmen. Insgesamt schuf Maryam während ihrer Zeit als Couturière rund 140 einzigartige, maßgeschneiderte Kreationen – und hinterließ damit ein bleibendes Vermächtnis in der Modewelt und bei ihren treuen Kunden.

Kunst und Aktivismus in den 2000er Jahren

Maryam tauchte in die kreative Welt ein und beschäftigte sich mit Malerei und anderen Kunstformen, wodurch sie ihre Liebe zum Bildhauen, zum Schreiben von Gedichten und zum Drehen von Filmen entdeckte. Außerdem setzte sie ihre Auseinandersetzung mit der Verflechtung von Wissenschaft und Kunst als Spiegelbild der Menschheit und der menschlichen Erfahrung fort.

In dieser Zeit engagierte sich Maryam zudem als humanitäre Aktivistin im Kampf gegen Krieg, Sklaverei und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dieser Aktivismus spiegelt sich in ihrem Werk wider, das durchgehend viele sich überschneidende Themen aufgreift. Ihr Engagement führte dazu, dass sie Mitglied der IHEU (International Humanist and Ethical Union) wurde, wo sie als Forscherin und Journalistin tätig war und sich in ihren Texten für die Menschenrechte einsetzte. Außerdem hielt sie eine Rede auf dem Menschenrechtsgipfel der Vereinten Nationen 2013 in Genf; ihre Rede war so beeindruckend, dass sie 2014 und erneut 2024 eingeladen wurde.

Maryam vertiefte ihre Studien und ihre Ausbildung parallel zu ihrer künstlerischen Tätigkeit und ihrem Engagement weiter. Im Jahr 2004 studierte sie Filmkunst am Institut Français unter Abbas Kiarostami. Im Jahr 2008 erwarb Maryam einen Master-Abschluss in Kunst und Grafikdesign an der University of the Arts London.

Im Jahr 2021 begann sie dann ein Studium der Neurowissenschaften am King’s College London. Im Rahmen ihres Studiums wollte sie die inneren Abläufe des Gehirns und dessen Zusammenhang mit Kunst und Lebenserfahrung verstehen. Sie schloss ihr Studium 2024 mit einem Master ab und wendet ihr Wissen weiterhin in ihrer Arbeit an  sowohl als Künstler als auch als humanitärer Helfer.

Gegenwart

Maryam lebt mit ihrem Ehemann Philippe Linder in der Schweiz. Gemeinsam haben sie The International Art Club Switzerland, ein internationaler Kunstverband, der sich zum Ziel gesetzt hat, Künstler und unterstützende Gemeinschaften miteinander zu vernetzen, um Kunst und Kultur zu fördern.

Maryam ist außerdem die International Art AssociationKreativdirektor; eine Organisation, die Kooperationen zwischen internationalen Künstlern und Philosophen fördert, um Kunst zu unterstützen, Ausstellungen zu veranstalten und poetische, kreative Dokumentarfilme zu präsentieren.

Durch die Organisation hilft Maryam dabei, Künstler miteinander zu vernetzen und ihre Werke bekannt zu machen, um die Schweizer Kultur zu stärken und das künstlerische Schaffen sowie den Meinungsaustausch und den kreativen Ausdruck zu fördern.

Bis heute drückt sich Maryam weiterhin durch ihre Kunst und ihr humanitäres Engagement aus.

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